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Richtige Ernährung bei Typ 2 Diabetes

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Was ist Diabetes?

Diabetes ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, bei der die Blutzuckerwerte erhöht sind. Man unterscheidet mehrere Formen von Diabetes – die wichtigsten sind Typ 1 und Typ 2.
Daneben gibt es noch den meist vorübergehenden Schwangerschaftsdiabetes und ein paar seltene Typen, die durch Schäden am Erbgut oder bei bestimmten Erkrankungen entstehen können.

Warum entsteht Typ-2- Diabetes?

Der Typ 2 – Diabetes tritt eher im Laufe des Lebens und meist bei älteren Menschen auf, kommt aber immer öfter auch bei Kindern und Jugendlichen vor. Laut WHO 2014 waren 39 Prozent aller Erwachsenen Übergewichtig oder adipös gewesen. Rund 42 Millionen Kinder im Alter von unter fünf Jahren sind 2013 übergewichtig oder adipös gewesen.

Dieses Problem verursacht unweigerlich die chronischen Krankheiten. Zu den wichtigsten chronischen Krankheiten im Zusammenhang mit Übergewicht und Adipositas zählt außer dem Blutdruck, erhöhte Blutfette und eben auch Diabetes mellitus Typ- 2.

Der Grund: Die Fettzellen, insbesondere das Fett im Bauchraum, bilden nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen Entzündungsstoffe, die eine Insulinresistenz verursachen können. D.h. ein erhöhter Bauchumfang erhöht daher das Risiko für eine Insulinresistenz und somit für einen Diabetes mellitus Typ 2.

Wann ist man Zuckerkrank?

Eine Zuckerkrankheit gilt als gesichert, wenn die Blutzuckerwerte im nüchternen Zustand im Kapillaren mehr als 110mg/dl (6,1mmol/l) und Gelegenheitsblutzucker mehr als 200mg/dl (11,1mmol/l) aufweisen.

Kohlenhydrate – Zuckerarten

Einfachzucker: Traubenzucker(Glukose), Fruchtzucker, Galaktose

Zweifachzucker: Haushaltzucker(Saccharose), Malzzucker(Maltose), Milchzucker(Laktose)

Mehrfachzucker: Stärke, Ballaststoffe

Wie wirken verschiedene Zuckerarten im Körper?

Zucker(Saccharose), Traubenzucker(Glukose), Malzzucker, Honig erhöhen den BZ sehr schnell!!, Milchzucker (Laktose), Fruchtzucker (Fruktose) erhöhen den BZ langsam. Mehrfachzucker besteht aus 100 oder gar mehreren 1000 Einfachzuckerresten. Sie erhöhen den Blutzucker sehr langsam. Dadurch steigt der Blutzucker noch einer Mahlzeit nicht so schnell an.

Eiweiß – Welche Nahrungsmittel sollten Sie bevorzugen:

Täglich (fettarme) Milch und Milchprodukte und pro Woche nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurst. Man sollte Geflügelfleisch anstatt rotem Fleisch bevorzugen. Ein bis zweimal pro Woche Fisch, am besten Seefisch wie Hering, Lachs oder Makrele. Wer nicht Fisch isst, sollte Omega -3-Fettsäuren als Kapselform einnehmen.

Für Vegetarier und Veganer, die auch das nicht einnehmen wollen, sind Öle aus Mikroalgen eine Alternative. Laut neuesten Erkenntnissen sollen auch Molkeneiweiße nach dem Essen Blutzuckerspitzen bremsen.

Fette – der Unterschied zwischen guten und schlechten Fetten

Nicht nur Übergewicht, auch Fettsäuren beeinflussen die Insulinempfindlichkeit. Die Insulinempfindlichkeit wird sich durch einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren verbessern. Hierzu zählen pflanzliche Öle wie Raps- und Olivenöl, Nüsse, Avocados, fettreiche Fische, Seefische (Makrele, Hering, Lachs).

Durch gesättigte Fettsäuren und Transfettsäuren verschlechtert sich die Insulinempfindlichkeit. Diese stecken in Fleisch, Wurst, fetter Milch und Milchprodukten, Kekse, Fertigbackwaren, Pommes Frites, Chips.

Wie sollte nun eine gesunde Ernährung aussehen:

  • Essen Sie gedämpftes Gemüse, viel Salate als Teil des Mittag- oder Abendessens. Vermeiden Sie, das Gemüse zu lange zu kochen oder zu braten, da dies viele der Nährstoffe und gesunden Faserstoffe entfernt!
  • Zum richtig Satt essen gibt es viele Auswahlmöglichkeiten. Z.B. Gurken, Tomaten, Broccoli, Porree, Sellerie, Rote Beete, Zwiebeln, alle Blattsalate, Spinat, Pilze, Auberginen etc.
  • Vergessen Sie nicht zu trinken! 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit. z.B. Mineralwasser oder Leitungswasser können mit Minze, Zitrone und Ingwer angereichert und geschmacklich aufgewertet werden. Ungezuckerte Tee (Ingwertee kurbelt den Stoffwechsel an) oder Kaffee (4 Tassen am Tag sind erlaubt), Gemüsebrühe, Gemüsesäfte.
  • Streichfett reduzieren (z.B. Halbfettbutter, Halbfettmargarine, magere Streichkäse verwenden).
  • Mageres Fleisch, Wurstsorten, Milch und Milchprodukte (1,5%)
  • Alkohol in Maßen trinken. Halten sie sich an die Zwei-Gläser-Regel. Vorsicht, es besteht Unterzuckerungsgefahr! Wenn Sie Insulinspritzen oder Sulfonylharnstoffe verwenden und die Zwei-Gläser-Regel nicht einhalten möchten, ist es sinnvoll, zusätzlich kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel zu essen.
  • Essen Sie Ausgewogen und vielzeitig!
  • Bewegung ist die beste Therapie. Körperliche Aktivität ist einer der effektivsten Methoden um den Stoffwechsel anzukurbeln.
  • Achten Sie auf Ihre Zähne! Laut neueste Erkenntnisse stellte man fest, dass Parodontitis sich negativ auf den Blutzuckerspiegel auswirkt.

Kategorien:
Dr. Gülin Tunali

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