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Gewürze die wie Arzneien wirken

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Nicht nur Liebe geht durch den Magen. Richtiges Essen kann helfen, viele Gesundheitsprobleme unserer Zeit zu vermeiden. Vor allem eine Vielzahl von Gewürzen sind wahre Naturarzneien, die auch noch schmecken und kulinarischen Genüssen die richtige Würze verleihen. Einige Beispiele:

Kardamom:

Wussten Sie, dass Bohnenkaffee durch eine winzige Prise Kardamom verträglicher wird? Aber das ist längst nicht alles. Die Samen, die man wegen ihrer Empfindlichkeit immer in den Kapseln kaufen sollte, regen Appetit und Verdauung an, verhindern Blähungen. Würzen können Sie sowohl Gebäck, z. B. Lebkuchen, Spekulatius, Kompotte und Süßspeisen, Punsch als auch Blutwurst, Kochschinken und kalten Braten.

Kümmel:

Wer zum Gänsebraten ein gut mit Kümmel gewürztes Sauerkraut reicht, hat für die Verdauung schon eine Menge getan. Kraut gilt als “Darmbesen”, der auch fette Speisen durchfegt. Und Kümmel unterstützt die Gallentätigkeit und verhütet Blähungen. Er passt natürlich auch zu allen anderen Braten, zu Kartoffel- und Gemüsegerichten. Wer nicht so gerne auf Kümmelkörner beißt, kann entweder gemahlenen Kümmel verwenden oder Kümmel in einem Leinensäckchen mit in den Kochtopf geben.

Lorbeer:

Er krönte nicht nur antike griechische Dichter. Heute ist er wegen seiner Bitterstoffe und ätherischen Öle eine Verdauung fördernde, aromatische Zutat zu Sauerkraut, Bratensoße, Kartoffeleintöpfen und Gemüsesuppen.

Majoran:

Das Gewürz ist eine gute Verdauungshilfe bei fetten Fleischgerichten, Leberwurst, Bratkartoffeln, Hackbraten oder weißen Bohnen.

Nelken:

Der charakteristische Geruch rührt von der Zusammensetzung des gelb-bräunlich gefärbten ätherischen Öls her, dessen Hauptinhaltstoff ist das Eugenol. Heute werden Nelken noch aufgrund ihrer lokalanestetischen und desinfizierenden Wirkung in der Zahnmedizin als lokales schmerzstillendes Mittel und vor allem zur Desinfektion von Wundkanälen verwendet. Da sie den Appetit anregen, Blähungen vertreiben und selbst bei Magengeschwüren gut verträglich sind, können sie als gesundes Würzmittel für Fisch, Wild, Gulasch, Eierspeisen, ja selbst für Pizzas eingesetzt werden. Nelken gibt es auch als Pulver.

Pfeffer:

Wichtiges Gewürz. Der scharfe, brennende Geschmack wird durch das Alkoloid Piperin hervorgerufen. Ob weißer, grüner oder schwarzer Pfeffer: Er erhöht den Speichelfluss und verbessert die Verdauung, hilft sogar schädliche Bakterien zu vernichten. Weil sich sein Aroma beim Kochen schnell verflüchtigt, sollte Pfeffer immer erst kurz vor dem Anrichten zugegeben werden. Pfeffer passt zu fast allem – deshalb heißt es heute noch im Englischen “Allspice”.

Rosmarin:

Ein Gewürz, das über die Anregung des Gallenflusses die Fettverdauung unterstützt. Es passt gut zu Schweinefleisch, fettem Geflügel, Kohlgerichten und Kartoffelspeisen. Rosmarin können Sie als ganze Nadeln (im Gewürzsäckchen) mitkochen oder gemahlen zusetzen.

Zimt:

Wer kennt das nicht: Zimtsterne oder Grießbrei mit Zucker und Zimt? Aber die an Zimtaldehyd und Trans-Zimtsäure reiche gemahlene Rinde des Zimtbaums aus Sri Lanka oder Madagaskar wird im Orient auch als Gewürz zu Fleischgerichten geschätzt. Zimt passt gut zu Hackfleischrezepten, Geflügelfüllungen, zu Wild und Lamm.

Cayenne Pfeffer:

Der Verzehr von Cayenne Pfeffer zeigt, dass Capsicum an der Mundschleimhaut zu intensiver Wärmeproduktion führt. Bei der lokalen Anwendung auf der Haut tritt diese Wärmeentwicklung ebenfalls auf. Der Träger des scharfen, brennenden Geschmacks, das Capsaicin, befindet sich hauptsächlich in den Scheidewänden und den Samen. Der Zellstoffwechsel wird gefördert und Schadstoffe im Gewebe können schneller abtransportiert werden. Es passt zu allem wie normaler Pfeffer. Und macht glücklich wie Schokolade.

Kurkuma:

Gehört zur Familie der Ingwergewächse. Man nennt es sogar “gelber Ingwer“. Die gelbe Farbe ist durch den Gehalt an Kurkumin (Kurkumagelb) bedingt. Geruch und Geschmack sind aromatisch und brennend würzig. Es wirkt entzündungshemmend. Als Gewürz wird Curcuma vor allem bei fetthaltigen Speisen geschätzt.

Ingwer:

Ein Gewürz mit sehr intensivem Geschmack. Der Geschmack eigentümlich scharf und brennend. Ingwer enthält ätherisches Öl, auf dem sein Würzwert beruht. Diese Scharfstoffe steigern bei innerlicher Anwendung die Speichel- und Magensaftsekretion. Äußerlich verwendet führen sie zu einer Erregung der Thermorezeptoren und können bei Rheuma-und Muskelschmerzen zur Anwendung kommen. Außerdem fördert Ingwer die Immunabwehr und Verdauung. Fein gemahlen findet er Verwendung als Wurst-und Backgewürz. Ingwer wird auch zur Herstellung des Ingwerbieres und für Liköre verwendet. Beim Einmachen von süßsauren Birnen oder Kürbis verfeinern mitgekochte Ingwerstücke den Geschmack.

Anis:

Ihre ätherischen Öle werden wegen ihrer spasmolytischen Wirkung vor allem in der Kinderheilkunde als Karminativa – meist zusammen mit Fenchel, der zur gleichen Pflanzenfamilie gehört – eingesetzt. Anis wirkt appetitanregend, verhindert Blähungen, ist krampflösend, schleimlösend, antibakteriell sowie verdauungsfördernd. Da Anisöl ebenso gut für die Lunge ist, findet es aus diesem Grund Anwendung in Hustensäften und Hustenbonbons, auch verwendet man Anis zu Anisplätzchen, Spekulatius, Anisbrot und Kompott.

Senf:

Ist eine beliebte gelb-braune Würzpaste aus gemahlenen schwarzen und weißen Senfkörnern. Der brennendscharfe Geschmack der Senfkörner entsteht durch die Einwirkung des fermentartig arbeitenden Proteinkörpers Myrosin auf das im Samen enthaltene Sinalbin. In kleineren, würzenden Mengen regt sie an und aktiviert die Ausscheidung von Verdauungssäften im Magen. Der weiße Senf wird sowohl für die Herstellung von Speisesenf wie als Küchengewürz zum Einlegen von Heringen und Gurken verwendet. Medizinisch wird der weiße Senf als Abführ-und Regenerationsmittel für die inneren Organe, der schwarze zu Senfpflastern, Fußbädern gebraucht.

Thymian:

Sein lateinischer Name Thymus zeugt von seiner kräftigen, anregenden Wirkung, die sowohl den Verdauungsdrüsen, wie beider medizinischen Anwendung den Heilkräften im Körper zu Gute kommt. Sein wirksamer Bestandteil ist das Thymol, ein antiseptisches Mittel. Thymian ist als Bestandteil von Hustensäften und Arzneimitteln zur Behandlung von Wunden und Entzündungen auch zur Lösung von Krämpfen angewendet. Äußerlich verwendet man ihn zu Bädern, Umschlägen, Kräuterkissen. Wir benutzen ihn zum Würzen von Fleischgerichten und Soßen verschiedener Art und bei der Zusammenstellung von Würzmischungen.

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Dr. Gülin Tunali

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